In den letzten Tagen und Wochen kommt man sich als Nestbeschmutzer vor, wenn man es nur schon wagt, kritische Fragen zur Expo2027 zu stellen. Fakt ist aber, dass über die Expo2027 im Moment noch nichts bekannt ist, ausser, dass sehr viel Geld rausgeworfen werden soll – und das weitestgehend ohne nachhaltigen Effekt. Die beteiligten Kantone haben grosse Sparprogramme (im Thurgau 48 Millionen Franken), die beteiligten Gemeinden die höchsten Steuerfüsse und Steuererhöhungen geplant, aber losgelöst davon weibeln Politiker sehenden Auges für den Abgrund. Gemäss Botschaft des Thurgauer Regierungsrates ist mit Kosten von 2 Milliarden – also 2000 Millionen Franken zu rechnen. Bei der Expo02 waren die Kosten am Ende doppelt so viel. Bei der BTS sind die Kosten schon doppelt so hoch, obwohl noch kein Stein verbaut wurde. Wie viele Milliarden wird die Expo2027 am Ende kosten? Und wie viele Generationen werden dafür mit höheren Steuern und Sparübungen bei Bildung, Verkehr, Kultur, Sport oder Gesundheit bluten müssen? Ich sage daher entschieden Nein zur Expo2027. Milliardenzahlungen sind mir definitiv zu teuer für heisse Luft und Wolkenschieberei. Dass praktisch die gesamte Expo2027-Kampagne vom Steuerzahler bezahlt wird, macht die Ja-Argumente übrigens auch nicht besser – nur teurer.

Thurgauer Bauer Nr. 19. vom 13. Mai 2016.

13.05.2016 | 82965 Aufrufe