Als zutiefst demokratischer Bürger frage ich mich, warum man gegen das Anliegen unserer Volksinitiative sein kann. Unsere Volksinitiative möchte den Lehrplan 21 sowie sämtliche weiteren Folgeprojekte durch die Bevölkerung genehmigen lassen.

 

Der Kanton Thurgau ist mit dem Lehrplan21 sehr zufrieden (Radio Top 12. November 2014)“, „Der Lehrplan21 ist ein föderales Meisterwerk (Bote vom Untersee 27. März 2015)“, Der Lehrplan21 sei kein Reformprojekt. Vielmehr bringe der Lehrplan 21 eine Präzisierung und Weiterentwicklung der Bildungsziele. (TZ, 13. November 2014).

 

Wer das Volk nicht fürchtet, muss für Initiative sein

Bei all diesen  positiven Wortmeldungen zum Lehrplan21 frage ich mich, warum die Verantwortungsträger des Kantons nicht in unserem Initiativkomitee sitzen? Wenn der Lehrplan21 wirklich so toll ist, wie zitiert, würde die Bevölkerung dieses Projekt mit über 90 Prozent annehmen. Wäre dies nicht eine tolle Vertrauensbestätigung für die Regierung? Weil aber unsere Initiative bei den Entscheidungsträgern auf keinerlei Unterstützung stösst muss befürchtet werden, dass es mit obigen Zitaten nicht so wörtlich zu nehmen ist! Daher fürchten unsere Entscheidungsträger nichts mehr als eine Abstimmung der Bevölkerung. Denn im Unterschied zu einem Kantonsparlament lassen sich eine Viertelmillion Thurgauerinnen und Thurgauer nicht einfach an der Nase herumführen.

 

Lehrplan 21 ist die Fortführung von HarmoS – trotz HarmoS-Nein!

Ich fühle mich daher im Moment wie im Jahr 2008, dem ersten Jahr meiner Kantonsratstätigkeit. Alle Parteien und praktisch alle Kantonsräte unterstützten ein Anliegen und fühlten sich sehr darin gestört, dass die Bevölkerung das letzte Wort hatte. Fakt ist aber, dass die Thurgauerinnen und Thurgauer im November 2008 das HarmoS-Konkordat abgelehnt haben.

 

Damit haben die Thurgauerinnen und Thurgauer auch Nein gesagt zu folgendem Artikel Art. 8 Abs. 1 des  HarmoS-Konkordats: „Die Harmonisierung der Lehrpläne und die Koordination der Lehrmittel erfolgen auf sprachregionaler Ebene“.

 

Der Bildungsrahmenartikel, auf den sich unser Kanton immer so gerne beruft, schreibt keine einheitlichen Lehrpläne vor.

 

 

 

Bildungsbürokraten fürchten Lehrer und Eltern

Wer vom Anliegen des Lehrplanes 21 überzeugt ist, kann nichts gegen unsere Volksinitiative haben, denn sie möchte einzig, dass Lehrpläne dem Volk vorgelegt werden müssen. Wer aber den Lehrplan 21 als Produkt der Bildungsbürokratie betrachtet, welches praxisuntauglich ist und von Eltern und Lehrpersonen nicht goutiert wird, der ist gegen unsere Initiative.

 

 

Zum Schluss drei einfache Fragen:

  • Warum wird der Regierungsrat unsere Initiative ablehnen – hat er etwa Angst vor dem Volk?
  • Warum benötigt der Regierungsrat 120 sogenannte Multiplikatoren, welche jeweils an 20 Tagen geschult werden sollen, wenn es sich beim Lehrplan 21 gar nicht um ein Reformprojekt handelt? 
  • Warum wurden die Mehrausgaben für die Einführung des Lehrplans 21 von 4.69 Millionen Franken (RRB Nr. 570 vom 12. August 2014)  nicht der obligatorischen Volksabstimmung unterstellt (gilt doch gemäss Kantonsverfassung ab 3 Millionen eine obligatorische Volksabstimmung)? 
13.05.2015 | 90186 Aufrufe