Urs Martin kandidiert für den Regierungsrat. Er zählt seit 12 Jahren zu den wichtigen Stimmen im Grossen Rat. Dabei hat er viel Gespür für die Anliegen der Bauern.

Was nützt den Bauern ein Regierungsrat, der aus einer internationalen Spitalgruppe kommt?

URS MARTIN. Meine persönliche Beziehung. Ich habe in meiner Jugend auf Landwirtschaftsbetrieben in Biessenhofen, Kesswil, Kümmertshausen und Bissegg gearbeitet. Politisch setze ich mich schon lange für weniger Bürokratie ein, auch in der Landwirtschaft!

Die Probleme der Bauern sitzen etwas tiefer …

… das stimmt. In meiner Zeit in Bern habe ich am Tisch der bäuerlichen Fraktionsvertreter gelernt, wo ihr Schuh drückt. Die Politik wird in erster Linie in Bern gemacht. Und umgesetzt wird sie in den Kantonen. Ich kenne beide Seiten und weiss, wo die Chancen und die Grenzen der Politik liegen.

Und wo liegen die Probleme?

Die Bauern sind in der öffentlichen Wahrnehmung am Morgen beim Melken die «Bio-Helden», tagsüber beim Düngen die «Umweltsünder» und am Abend die «Büro-Tiger», die stundenlang Formulare ausfüllen und neue Reglemente studieren müssen. Grundsätzlich müssen wir das Ansehen und
den Respekt vor der grossen Leistung der Bauern nach allen Seiten verbessern und ihnen den Rücken freihalten, damit sie das tun können,
was sie am besten können: Gesunde Lebensmittel produzieren. Dies stellen allerdings die bevorstehenden, landwirtschaftsfeindlichen Volksinitiativen unnötig in Frage.

Dieses Wissen, meine Erfahrung und meine guten Beziehungen kann ich hier im Thurgau, aber auch in Bern einbringen. Ich schätze zum Beispiel meine langjährige persönliche Freundschaft mit Bundesrat Guy Parmelin sehr.

Gradlinige Politik
ZUR PERSON. Urs Martin (41) lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Romanshorn. Er leitet heute den Bereich Public Affairs einer Privatklinikgruppe. Zuvor wirkte er als Sekretär der SVP-Bundeshausfraktion in Bern. Urs Martin erwarb an der Universität St. Gallen das Lizentiat der Staatswissenschaften (lic. rer. publ. HSG).